Bergwanderwoche in den Berner Alpen vom 12.09 bis 19.09.2020

von Ulrich Gimbal

 

Meine dritte Wanderwoche im Jahr 2020 war ebenfalls sehr erfolgreich. Es gab 2 Teilnehmer. Bei bestem Wetter ging es vom Kandertal/Rhonetal u.a. auf einen 3000er und auf einen Aussichtsberg in Nähe des Thuner Sees. Bei 6 Touren wurden etwa 7025 Höhenmeter erstiegen.

 

Tag 1: Wandertour zum Oeschinensee / Oberbärgli- und Schaflägeralm

Von Hotel-Quartier (auf 1170m) wanderten wir in einem kurzen Marsch zur Talstation der Oeschinen-Seilbahn. Per Bahn stiegen wir bis auf 1683 Meter. Nun startete die Wanderung in Richtung Oeschinensee, bzw. Oberbärglialm. Es ging erst in Richtung See, dann entlang eines Bergsteigs oberhalb am See vorbei. Der Steig führte über den Heuberg-Gipfel (1940m) und mit vielen schönen Tiefblicken auf den See weiter zur Oberbärglialm 1978m. Nach kurzer Rast entschlossen wir uns weiter in Richtung Hohtürli-Passhöhe zu wandern. Eine weitere Rast legten auf dem Schafläger-Hochplateau (auf 2410m) ein. Von dort gab es noch einen Kurzabstecher in Richtung Hohtürli bis auf eine Höhe von etwa 2580m. Aufgrund fortgeschrittener Zeit starteten wir nun den Rückmarsch. Ziel war es noch eine Gondel der Seilbahn zum Abstieg zu erwischen. Auf gleichem Wege ging es zur Seilbahn-Bergstation zurück. Vor der Bahn stand eine lange Menschenschlange an. Die Wartezeit betrug über 30 Minuten. Auf der gesamten Wanderstrecke großartige Blicke auf den See sowie die nahen 3000-Meter-Berge wie Doldenhorn, Gespaltenhorn oder Blümlisalp. In Summe wurden 1100 Höhenmeter absolviert. Gehzeit ca. 6,5 Stunden.

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Tag 2: Tour auf den Alpschelehubel 2248m

Als Kontrast zum Tag 1 wanderten wir ab Westseite des Ortes Kandersteg. Am Bahnhof vorbei ging es durch saftiges Wiesengelände und durch Wald ins Alpbachtal/zur Usser Üschene 1595m. Nach teils steiler Wegstrecke auf Forststrassen und Wanderwegen wurde das genannte Almhochtal erreicht. Nach kurzer flacher Strecke im Tal begann der steile Aufstieg zur Alpschele-Hochalm gelegen im Bergmassiv des Gross Loner. An der Alpschelealm 2087m kurze Fotorast. Weiter ging es auf ausgedehnten Wiesen zum Aussichtspunkt Alpschelehubel 2248m. Von dort schöne Fern- und Tiefblicke nach Kandersteg ins Kandertal und auf die umliegenden Gipfel der Berner Hochalpen. Nach längerem Gipfel-, Sonnen- und Fernsichtgenuss begann der Rückweg. Er verlief zunächst leicht aufwärts zum Alpschelgrat 2315m. Von dort steil, nass und rutschig abwärts zur Oberen Alme. Der weitere Pfad war einfacher und mündete in einen Forstweg. Der Weg führt uns später zur Allmenalp, 1729m, einer bewirtschafteten Alm. Dort Pause bei kühlen Getränken. Der Schlussabstieg erfolgte mittels der kleinen Allmenalp-Luftseilbahn. Es wurden ca. 1200 Höhenmeter erklommen. Tourdauer 7 Stunden.

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Tag 3: Wanderung zum Lötschenpass 2690m

Zunächst eine Fahrt mit der BLS (Bern-Lötschberg-Simplon-Bahn) von Kandersteg zum Bahnhof Goppenstein im Lötschental. Von dort mit dem Bus ins Talinnere zur Talstation der Wiler-Luftseilbahn. Per Seilbahn gings weiter auf die Lauchernalp 1922m. Von dort Wanderung über Almwiesen, später über steiniges Felsgeländer mit kurzen einfachen Kletterstellen (Kategorie 1) zum Lötschenpass 2690m. Unterwegs ergaben sich bereits ab der Bergkuppe Sattlegi 2564m hervorragende Fernblicke auf die Walliser Alpen mit den 4000er-Gipfeln wie der Weissmies- und Mischabelgruppe sowie auf das Weisshorn, das Mattergprn und auf den Dent Blache. Zudem schöne Nahblicke auf das Bietschhorn 3934m im Lötschental. Wir kehrten ausgiebig in der Lötschenpasshütte ein. Nach gutem Essen machte ich noch einen kurzen Abstecher auf einen Vorberg am Kamm des Hockenhorns um dort weitere Fernsichtmöglichkeiten zu nutzen. Als höchster Punkt wurden etwa 2820m erreicht. Der Rückweg verlief entlang dem Anstiegsteig/gem. Anreise. Es wurden 935 Höhenmeter erstiegen. Tourdauer ca. 6,5 Stunden inkl. Pausen.

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Tag 4: Tour auf den Niesen 2362m

Die Tour begann mit einer Fahrt mit dem Auto zur Talstation der Niesen-Standseilbahn auf 690m (im Kandertal kurz vor Spiez). Am Parkplatz der Bahn starteten wir den Aufstieg zum Niesen-Gipfel. Die erste steile Wegteil lief vorrangig durch Wald. Es ging bei einem fast unerträglichen schwitz-schwülem Wetter aufwärts. Ab der Mittelstation der Bahn (1668m) wurde das Klima erträglicher. Es ging aber steil weiter. Durch Wald und später über Wiesengelände, bzw. zwischen Lawinenverbauungen hindurch wurde die Geländestufe des Räbmattli 2086m erklommen. Nun öffneten sich die Fernblicke auf die Berner Alpen. Aufgrund diesigem Wetters leider keine optimale Sicht. Es gab zunehmende Wolkenbildung. Nach knapp 4 Stunden wurde der Gipfel des Niesen erreicht (nach ca. 1670 Höhenmetern). Oben gab noch einige kurze Fernsicht-Gelegenheiten auf die Berner Alpen. Danach zogen endgültig Wolken auf und es regnete etwas. Nach ausgiebigem Gipfelgenuss im Restaurant und auf der Bergspitze selbst gings per Standseilbahn ins Tal zurück.

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Tag 5: Tour auf das Gällihorn 2284m

Diese Bergwanderung ging von Kandersteg zunächst zum Ortsteil Eggeschwand. Ab dort weiter, teils steil, in Richtung Spittelmatte. An der Winteregg-Alm auf 1890m bogen wir in den Bergpfad zum Gällihorn ab. Er verlief erst nur mäßig steil, später steil. Direkt unterhalb des großen Felsturms des Gällihorns schwang sich der Weg bis zu einer Zwischenhöhe, dem Gratsattel (2165m) auf. Wir gönnten uns hier eine kurze Rast. Auf einem Pfad ging es nun steil im Felsgelände zum Gipfelkreuz. Ganz oben einfaches Grasgelände mit guter Sicht auf die umliegenden 3000er-Berge, wie dem Altels 3630m, oder dem Rinderhorn 3449m. Nach einer Pause führte uns der Abstieg zum Gratsattel zurück. Wir stiegen jetzt nordseitig ins Alpbachtal/Usser Üschene 1595m ab (siehe Tour-Tag 2). Auf der Almstrasse, bzw. einem Bergweg kehrten wir nach Kandersteg zurück. Die gesamte Gehzeit betrug etwa 7,5 Stunden bei 1150 Höhenmetern.

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Tag 6: Bergtour auf das Sparrhorn 3021m

Als letzte Unternehmung der Wanderwoche starteten wir die „Operation Sparrhorn“. Dazu ging es per BLS-Bahn von Kandersteg durch den Löschbergtunnel zum Bahnhof Brig im Rhonetal. Von dort per Bus zur Talstation der Belalp-Luftseilbahn. Entlang einfacher Wege wanderten über die Belalp-Wiesen zur Südseite des Sparrhorn-Bergkammes. Von dort über einen guten Bergpfad steil zum Gipfel. An der Spitze gute Fernsicht auf die hohen Walliser Alpenberge Rund um das Rhone- und Gomstal. Der Abstieg erfolgte auf dem Aufstiegsweg. Am Steig gute Sicht auf Teile des Großen Aletschgletschers. Die Gehzeit betrug ca. 5 Stunden bei ca. 970 Höhenmetern. Die Rückfahrt erfolgte mit Bus und Bahnen gemäß der Anreise.

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