Bergtourwochenende Wilder Kaiser

(Hintere Goinger Halt 2192m und Scheffauer Kaiser 2111m)

von Ulrich Gimbal

Zusammen mit 2 Bergdamen und einem Bergfreund fuhren wir gemeinsam am Samstag früh per Auto von München nach Ellmau am Kaisergebirge. Startpunkt zur ersten Bergtour war der Parkplatz Wochenbrunner Alm bei 1080m. Es herrschte typischer Novembernebel. Wir wanderten zunächst zur geschlossenen Gaudeamushütte. Beim anschließenden Anstieg zum Hinteren Goinger Halt wurde dann die „Sonnengrenze“ erreicht. Plötzlich waren im Dunst markante Bergspitzen zu sehen. Kurz danach weitete sich der Blick bis hin zu den Hohen Tauern, bzw. auf das gesamte Wilde Kaisergebirge. Es wurde merklich wärmer (und leider auch windiger). Über Schottergelände gings weiter Richtung Ziel. Ab dem Ellmauer Tor gab es auch eine gute Fernsicht nach Norden. Nach steilem Schlussanstieg mit kurzen einfachen Klettereinlagen kamen wir am Gipfel des Hinteren Goinger Halts, 2192m an. Dort gab es eine grandiose Aussicht in klarer Föhnluft bis zum Alpenhauptkamm. Die Fernsicht reichte vom Großglockner bis zum Höchsten der Stubaier Alpen dem Zuckerhüttl. In alle Richtungen gab es zudem viele aus dem Nebel herausragende Berginseln zu sehen, z. B. das Guffert-Massiv, Rofan- und Karwendelberge, die Benediktenwand und das Sonntagshorn (höchster Berg des Chiemgaus). Im Osten ging die Sicht bis zum Watzmann und Hochkönig. Nach ausgiebiger Gipfelrast gings auf gleichen Weg zurück zum Auto. Die Tour dauerte knapp 6 Stunden, bei ca. 1100 Höhenmetern. Nach dem anschließenden Kurzbesuch einer Bar in Ellmau fuhren wir weiter zum Quartier in Kirchberg (bei Kitzbühel). Dort genossen wir ein reichhaltiges Abendessen und machten Pläne für den Sonntag. Wir einigten uns auf den Scheffauer Kaiser als nächste Tour.

Am 04.11. fuhren wir über den Ort Scheffau zum Parkplatz Bärnstein in Nähe des Hintersteiner Sees. Die Starthöhe betrug etwa 920m. Es ging zunächst über Forstwege durch Wald- und Almgelände bis zur Hochalm. Von dort weiter per Bergsteige in steile Wald- und Schottergebiete, anschließend entlang hoher Felswände mit zeitweiser Seilsicherungen weiter steil bergan. Es gab einige einfache Kraxel- und Klettereinlagen. In Gipfelnähe änderte sich die Umgebung in harmloseres Wiesengelände. Schließlich standen wir am Gipfelkreuz des Scheffauers 2111m. Aufgrund von allgemeiner Diesigkeit war die Fernsicht leider nicht so gut wie am Vortag. Dafür verzog sich im Tagesablauf der Nebel fast vollständig, auch aus den Tälern. Nach erneut ausgiebiger Gipfelrast stiegen wir auf gleichem Wege wieder ab. Unterwegs konnten wir einen roten Sonnenuntergang beobachten. Die Sonne strahlte einige Wolkenformationen im Westen rosa-rot, passend zum gelungenen Bergwochenende, an. In Summe waren wir wiederum ca. 6 Stunden unterwegs. An beiden Tagen zusammen erklommen wir ca. 2300 Höhenmeter. Es gab an beiden Tourtagen keine Probleme mit Schnee.