von Ulrich Gimbal

Anfahrt und Ankunftstag

Aufgrund von Problem mit dem Quartieren (Preise und Angebote) wurde diese Wanderwoche kurzerhand vom Tiroler Ötz- ins Südtiroler Martell Tal verschoben.

Mit einem Wanderfreund fuhr ich schließlich am 23.08. abends nach Büroschluss per Auto von München über die Fern- und Reschenpassroute nach Südtirol. Nach 4 Stunden wurde das Ziel im Vinschgau erreicht. Reichliche kulinarische Genüsse im Quartier ließen den Tag angenehm zu Ende gehen.

 

Tag 1 / 24.08.2019 Besteigung des Schluderspitz 3200m

Vom Quartier gings morgens per Auto zum Biathlon-Leistungszentrum unterhalb der Staumauer des Zufrittsees. Dort begann ein Steilanstieg auf guten Bergwegen zunächst bis zur Rosimalm 2054m (leider geschlossen). Das Gelände wurde offener und der Tour Weg führte über teils steiles Grasgelände bis etwa 2800m. Die Umgebung wechselte nun in immer grober werdendes Felsblockwerk. Die Orientierung wurde schwieriger. Der Steig lief nun durch kleine Senken oder im Auf und Ab. Am Schlußanstieg auf den Gipfelkamm waren zunächst keine Wegmarkierungen zu sehen. Nach einigem Suchen stellte sich heraus, dass der markierte Weg von einigen kleineren Erdrutschen teilweise verschüttet und auch verschoben war. Nach kurzer Lagebeurteilung stieg ich an einer besser begehbaren Stelle den Gipfelkamm des Schulderspitz (3230m) hinauf. Ich beendete die Tour dort auf etwa 3200m. Das Wetter verschlechterte sich und ich entschloss mich zum Abstieg ohne den offiziell höchsten Punkt zu erreichen. Letzteres hätte noch einiges an zeitraubender leichter Auf- und Ab-Kletterei bedeutet.  Ein Gipfelkreuz zum Fotografieren gibt es aber ohnehin nicht. Auch sonst war die Aussicht begrenzt. Während des Abstiegs zog später ein Gewitter auf. Ich stieg entlang des Anstiegsweges ab und erreichte vor Regen, Blitz und Donner das Tal. Es wurden 1400 Höhenmeter erklommen. Die Tourdauer betrug 6 Stunden 50 Minuten.

 

Tag 2 / 25.08.2019 Bergwanderung auf die Vordere Rotspitz 3033m

Nach der Fahrt vom Quartier zum Parkplatz der Enzianalm am Talschluss des Martelltals erfolgte eine kurze aber streckenweise knackige Bergtour auf den Vorderen Rotspitz. Wegen Gewittergefahr bliebt für große Pausen keine Zeit. In Summe brauchte ich 4 Stunden 20 Minuten für den Auf- und Abstieg. Der Weg verlief bis ca. 2800m auf grasigem Gelände, das Reststück über schottrige Felswege mit einem kurzen seilgesichertem Steilanstieg. Unterwegs besuchte ich noch einen Vorberg namens Schönbichl auf 2636m. Am Gipfel gab es kurz gute Fernblicke auf die umliegenden Gletscherberge der Ortler-Alpen wie z. B. die Zufallspitze sowie auf den Zufritt-Stausee im Martell Tal. Die Tour erreicht 1004 Höhenmeter.

 

Tag 3 / 26.08.2019 Tour auf die Orgelspitze 3305m

Diese Tour begann direkt am Quartier, Hotel Waldheim 1553m. Es ging sofort steil aufwärts zur Stallwiesalm 1953m. Ab der dortigen (Alm-)Bushaltestelle wandert man ein kurzes Wegstück entlang von Forstwegen und zweigt bald in den Wald ab. Nun weiter über nass-feuchte grasige Waldwege, später zunehmend felsig. Eine Höhenstufe bei 2200m wird mäßig steil erklommen. Auf ca. 2700 Meter geht das Gelände in komplett in Fels- bzw. Blockwerk über. Es wird eine weitere Stufe erreicht. Diese zieht sich plateauartig über ein längeres Wegstück. An einer Wegegabelung gehen wir rechts und stiegen steil einen Felsblockhügel hinauf. Es folgt ein felsiges Auf- und Ab. Ein steiler Schlussanstieg führt schließlich zum Gipfelkreuz. Die Aussichten waren wegen Wolken und Nebel leider gering. Nur kurz konnte man die Berge in Richtung Reschenpass und das Etschtal sehen. Auf der ganzen Wegstrecke herrschte schlechtes Fotowetter. Bei entsprechender Wetterlage sieht man die gesamte Nordseite der Ortleralpen, die südlichen Berge der Texelgruppe, der Ötztaler Alpen sowie Berge der Sarntaler Alpen. Aufgrund eines Regenschauers war die Pause auf dem Gipfel nur kurz. Der Rückmarsch erfolgte entlang des Aufstiegs. Der Regen begleitete mich bis ca. 2800m. Danach schien die Sonne. Es drohten aber ständig dunkle Gewitterwolken. Der Abstieg wurde daher beschleunigt. Tourdauer: 8 Stunden und 10 Minuten. Der Höhenunterschied der Wanderung betrug ca. 1750 Höhenmeter.

 

Tag 4 / 27.08.2019 Wanderung zur Weisswand 2765m

Die Weisswand ist ein Vorberg der Orgelspitz-Gruppe und bietet nach Norden hin ähnliche Aussichten wie die Orgelspitze selbst. Ziel der Tour war, neben der Besteigung, das teilweise Nachholen der Fernsichtmöglichkeiten der Orgelspitze. Ab Hotel ging es wieder steil in Richtung Stallwiesalm. Schon bei 1840m bog ich aber diesmal aber in Richtung Nord-Ost ab und wanderte entlang eines Forstwegs an der Greitalm vorbei bis zu einer Wegekreuzung. Von dort steil durch Wald zum Suchbichl-Berg 2031m, mit guter Aussicht und Funkantennen. Das nächste Wanderziel war der Saugschneid-Kamm 2340m. Es boten sich gute Fernblicke in Richtung Etschtal. Danach musste ich ca. 90 Höhenmeter wieder absteigen. Der anschließende Anstieg zur Wand führte, teils steil, durch grasiges Gelände. Knapp neben der Weisswandspitze trifft man auf den Kamm. Jetzt ergeben sich auch schöne Weitblicke in Richtung Reschenpass, Texelgruppe/Ötztaler Alpen, auf das Etschtal Richtung Meran und auf die Berggruppe der Hasenöhrlspitze. Nach ausgiebiger Rast lief der Abstieg ein langes Stück entlang des Saugbergbach-Tals. Später bog ich Richtung Gasthof Premstl ab. Vom Gasthof ging es länger auf der Straße zur Stallwiesalm weiter. Bei der Niederhof-Alm ging es nach links, sehr steil, abwärts zum Talboden des Martell bei Lahnegg. Von dort leicht aufwärts zurück zum Quartier. Die Bergtour erreicht 1500 Höhenmeter und dauerte 8 Stunden 35 Minuten.

 

Tag 5 / 28.08.2019 kleine Bergtour zur Stallwies- und Schulderalm

Es wurde ein gemütlicher Tag mit einer Kurztour vom Quartier zur Stallwiesalm 1953m, und, nach ausgiebiger kulinarischer Rast, weiter etwa auf gleicher Höhe zur Schluderalm (2100m). Letztere Alm ist nicht bewirtschaftet. Danach ging es zurück zum Hotel im Tal.  Der Höhenunterschied betrug 560 Meter. Die Tour dauerte 4 Stunden.

 

Tag 6 / 29.08.2019 Besteigung eines Vorbergs der Flimkanzel 2816m

Bei eher schlechten Wettervorhersagen begann morgens der Marsch auf die Flimkanzel. Vom Tal in Hotelnähe bog ich bald in den steilen Weg zur Soyalm ab. Nach einigen Kehren und Überquerung eines Baches kam das Almgelände in Sicht. Über Kühe-beweidete Wiesen ging es weiter zur Soyal 2072m. Dort kurze Pause. Anschließend verlief der Tour Weg weiter über Almgelände zu mehreren Wegekreuzungen. Links haltend stieg ich über schmale Bergsteige über sporadisch-felsiges Grasgelände auf. Bei 2500m wurde eine Bergstufe erreicht. Der Weg führte nach rechts weiter bergan. Später gab es nochmals einen Rechtschwenk. Ich befand mich nun am untersten Punkt des Kieneben-Kammes. Er führt über die eigentliche Bergspitze der Flimkanzel auf 3116m bis zur Tuferspitze (3099m). Viele kleine felsige Gipfel boten sich zum Besteigen an. Der Tourhöhepunkt fand auf einem Felsgipfel des Kammes auf 2816m Höhe statt. Er lag direkt oberhalb des Oberen Flimsees. Nach Fotorast ging es auf gleichem Wege wieder zurück. Unterwegs kehrte ich in die Soyalm ein. Nach genussvollem Essen stieg ich schnell zum Tal-Quartier ab. Unterwegs kam Regen auf. Der Höhenunterschied betrug 1350 Meter. Tourdauer knapp 8 Stunden.

 

Tag 7 / 30.08.2019 Wanderung auf die Kalfanwand 3061m

Am letzten Tag fuhr ich mit dem Wanderbus zum Talschluss, bzw. zur Enzianalmhütte. Von dort ging es zunächst über Forststrassen, dann über Bergsteige in Richtung Wand. Ein schön gelegener Steig lief durch Wiesen an der Peder-Stieralm sowie dem Pederköpfl vorbei. Er führte noch über einen Sattel und anschließend durch eine Senke auf einen Kamm zu. Am Kamm selbst gab es einen scharfen Rechtsschwenk. Über grasiges Gelände lief der Steig nur mäßig steil bis zum Felsgipfel der Kalfanwand. Der Gipfel bot eine Top-Rundumsicht auf die Berge des Martelltals und der nördlichen 3000er-Berge der Ortleralpen, wie Ortler, Zufallspitze und Königsspitze. Nach der verdienten Pause wanderte ich zunächst entlang des Anstiegsweges bis unterhalb des Pederköpfls talwärts. Hinter dem Pederköpfl bog ich in den Weg zur Lyfialm  (2165m) ab. Nach kulinarischer Rast in der Alm begann der Schlussabstieg ins Tal, bzw. zur Bushaltestelle beim Hotel Zum See (am Zufrittstausee). Danach Rückfahrt zum Hotelquartier per Wanderbus. Es wurden ca. 1020 Höhenmeter erreicht. Tourdauer etwa 6,5 Stunden. Die Kalfanwand war ein recht einfach zu besteigender 3000er-Berg.

 

In Summe wurden während der Wanderwoche 8691 Höhenmeter sowie vier 3000er-Berge erklommen. Die Rückfahrt nach München erfolgte per Zug.

 

Für das Jahr 2020 ist eine weitere Wanderwoche in der Region Südtirol/Vinschgau geplant. Sie soll vom 08. bis 16ten August 2020 stattfinden (Stand 10/2019). Es ist angedacht jeweils eine halbe Woche lang vom Sulden- und Martelltal jeweils mindestens zwei 3000er-Berge und ein weiteres Ziel zu besteigen.