von Ulrich Gimbal

Die Bergwanderwoche im Sulden- und Martelltal fand wie geplant statt. Bei sehr gutem Wetter war sie äußerst erfolgreich. Es wurden u.a. 5 Dreitausender bestiegen. Es gab einen Teilnehmer. In der Wanderwoche wurden knapp 7400 Höhenmeter erklommen.

Tag 1: Wanderung zur Tabarettahütte 2556m

Nach der Ankunft im Martelltal unternahmen wir gleichtägig noch eine Kurztour zur Tabarettahütte. Dazu fuhren wir mit der Langenstein-Seilbahn zur neben der Bergstation liegenden Hütte K2 auf 2330m. Von dort nutzten wir den Hangweg zur Tabarettahüte. Der Weg bot schöne Blicke ins Tal und zu den Bergen der Umgebung. Danach Abstieg zum Ort Sulden mit anschließender kulinarischer Einkehr. Es wurden etwa 300 Höhenmeter gelaufen.

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Tag 2: Tour auf die Vertainspitze 3545m

Per Kanzel-Seilbahn fuhren wir auf 2349m. Der Wanderweg ab dort ging südöstlich ins Rosimtal bis zum Rosimferner-Gletscher, bzw. dessen Rand. Um den Rand zu erreichen musste unübersichtliches Grobblock-Gelände mittels Kletterei (Kategorie 1) überwunden werden. Nun gings oberhalb am Gletscher entlang. Kurze Wegstücke verliefen auch auf dem Gletscher selbst. Der Weg bog später in den nördlich liegenden steilen Hang ab. In Serpentinen, stiegen wir bis zu einigen Schneefeldern auf. Nach Überquerung der Felder führte der Pfad steil und mit einfacher Kletterei weiter zum Gipfel. Dort großartige Sicht auf die nahe und ferne Umgebung, u.a. bis zu den Ötztaler- und Livignolalpen. Der Abstieg verlief auf gleichem Wege zurück. In Summe wurden ca. 1240 Höhenmeter erstiegen. Tourdauer inklusiver Pausen etwa 7 Stunden. Von der Bergstation der Kanzelseilbahn gings mit dieser ins Tal zurück.

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Tag 3: Tour auf die Hintere Schöntaufspitze 3325m

Wanderung von Quartier, Hotel Gampen, zur Talstation der Sulden-Seilbahn. Anschließend Fahrt mit der Bahn bis auf 2610m. Von dort Wanderung an der Madritschhütte vorbei zum gleichnamigen Joch auf 3128m und weiter zum Gipfel der hinteren Schöntaufspitze. Vom Joch bis zum Bergziel teilweise steil. Auf ganzer Strecke viel Wanderpublikum. An der Spitze gute Fernblicke, insbesondere auf die Berge Rund um das Martelltal. Der Rückmarsch erfolgte auf gleichem Wege. Es gab noch eine Einkehr in die Madritschhütte 2820m und einen kurzen Abstecher auf einen Nebenberg der Hütte (ca. 2880m). Ein aufziehendes Gewitter beschleunigte dann den Rückmarsch zur Bergstation der Seilbahn. Die Bahn brachte uns ins Tal zurück. An Höhenmetern wurden 855 erreicht. Die Tourzeit betrug etwa 5 Stunden.

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Tag 4: Tour auf das Hintere Schöneck 3128m

Es ging erneut per Bahn vom Talboden auf die Kanzelalm. Nun schwenkten wir nach Norden auf den Weg zur Düsseldorfer Hütte ein. Auf guten Pfad wurde die Hütte (auf 2721m) nach 1,5 Stunden erreicht. Nach kurzer Rast gings steil zum Ziel weiter. Unterwegs immer wieder Kletterstellen des Schwierigkeitsgrades 1. Zudem gab es sehr viele Wegstellen die Schwindelfreiheit erforderten.  Der exponiert liegende Gipfel wurde nach insgesamt 3 Stunden erklommen. Dort herrliche Fernsicht, ähnlich wie von der Vertainspitze. Der Abstieg lief in Richtung Kälberalm 2247m. Er war zunächst steil später dann einfacher. Längere Strecken verliefen durch offenes Wiesengelände. Auf der Alm gab es die verdiente größere Brotzeit. Durch Wald wanderten wir nach Sulden zurück. Die Tour dauerte ca. 7 Stunden (inkl. Pausen). Es wurden ca. 900 Höhenmeter erklommen.

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Tag 5: Wechsel vom Sulden- ins Martelltal

An diesem Tage wechselten wir vom Sulden- ins Martelltal. Auf der Fahrt dorthin erledigten wir Einkäufe und besuchten zudem einen befreundeten Almbauern in Stilfs. Ansonsten genossen wir das hervorragende kulinarische Angebot des neuen Urlaubs-Quartiers im Martelltal, dem Hotel Waldheim.

 

Tag 6: Tour auf die Kalfanwand 3064m

Wie schon in 2019 wurde dieser Berg auch ein Ziel der Wanderwoche 2020. Vom Talschluss, bzw. der Enzianalmhütte ging es zunächst über Forststrassen, dann über Bergsteige in Richtung Wand. Ein schön gelegener Steig führte auf das Pederköpfl zu, bog aber vorher ab und ging über einen Sattel und anschließend durch eine Senke auf einen Kamm zu. Am Kamm selbst gab es einen scharfen Rechtsschwenk. Über grasiges Gelände lief der Steig bis zum Felsgipfel der Kalfanwand. Der Gipfel bot eine Top-Rundumsicht auf die Berge des Martelltals und der nördlichen 3000er-Berge der Ortleralpen, wie Ortler, Zufallspitze und Königsspitze. Der Rückmarsch verlief auf gleichem Wege. Es gab aber noch einen kurzen Abstecher auf das Pederköpfl 2585m. Die Tour dauerte etwa 6 Stunden bei ca. 1100 Höhenmetern.

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Tag 7: Kurztour zur Stallwiesalm 1953m

Es sollte ein gemütlicher Tag mit einer Kurztour vom Quartier zur Stallwiesalm und zurück werden. Ein aufziehendes Gewitter mit langanhaltenden Starkregen hielt uns schließlich länger als geplant in der Alm fest. Dabei probierten wir ausgiebig das kulinarische Angebot der Almküche. Der Abstieg zum Quartier erfolgte demgemäß viel später als geplant. Der Höhenunterschied zwischen Quartier und Alm betrug 415 Meter.

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 Tag 8: Rundtour von den Flimseen 2371/2563m über die Flimkanzel 2816m zur Soyalm 2072m

Direkt vom Talboden des Martelltals startete morgens die Rundtour über den Kamm der Flimkanzel. Wir bogen beim Ort Gand in den Weg zur Unteren Flimalm/zum Bärenstein ein. Nach unzähligen steilen Kehren im Wald und teils gesicherten Abschnitten (Treppen, etwas vergammelt, Stand 8/2020) kam das Almgelände endlich in Sicht. Dort kurze Rast. Durch Wald und wieder steil verlief der Weg zum Kamm am Bärenstein auf etwa 2190m Höhe. Über Kuhwiesen später es weiter zur Oberen Flimalm 2235m, anschließend nur wenig steil durch offenes Gelände zum Unteren Flimsee. Ein erneuter Steilanstieg ließ uns bald den Oberen See erreichen. Vor Ort machte wir eine längere Rast. Hinter dem See begann der nächste Steilanstieg zum Kamm der Flimkanzel bis auf 2816m. Von dort eine Top-Aussicht auf die gesamte Umgebung, wie das Martelltal, die südlichen Ötztaler Alpen sowie auf die Zufrittspitz-Gruppe. Tief unten grüßten die beiden klaren grün-blau-schimmernden Flimseen, welche wie große Augen in der Landschaft lagen. Nach längerer Pause stiegen wir zur Soyalm ab. Dazu gings zunächst zum untersten Punkt des Flimkanzel-Kammes auf etwa 2600m. Im Wegverlauf gab es dann noch 2 Linksschwenks ins Tal der Soyalm. Über beweidetes Kuhwiesengelände weiter zur Alm. Dort kurze Trinkpause mit anschließendem Steilabstieg zurück ins Tal. Der Höhenunterschied betrug 1560 Meter. Tourdauer knapp 9 Stunden (inklusive aller Pausen).

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Tag 9: Tour auf den Rotspitz 3033m

Fahrt vom Quartier zum Parkplatz der Enzianalm am Talschluss des Martelltals. Anschließend erfolgte, wie schon 2019, eine kurze aber streckenweise knackige Bergtour auf den Vorderen Rotspitz. Der Weg verlief bis ca. 2800m auf grasigem Gelände, das Reststück über schottrige Felswege mit einem kurzen seilgesichertem Steilanstieg. Am Gipfel gab es kurz gute Fernblicke auf die umliegenden Gletscherberge der Ortler-Alpen. In Summe brauchten wir 6 Stunden (inkl. Pausen) für den Auf- und Abstieg.  Die Tour erreichte 1000 Höhenmeter. Am gleichen Tag ging es noch nach Hause zurück.

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