von Ulrich Gimbal

Das Ziel dieser Wanderwoche wurde kurzfristig vom Val d`Anniviers auf das nahliegende Leukerbad geändert. Für das sich abzeichnende regenreiche (Schlecht)Wetter war Leukerbad die bessere Wahl.

Tag 1: Bergwanderung auf das Torrenthorn 2998m, Montag 03.08.2021

Das Wetter zeigte sich wolkig trüb mir einigen Regenschauern. Trotzdem brach ich vom Quartier (1390m) in Richtung Berg auf. Zunächst ging es durch den Ort Leukerbad. Über Forstwege und schmälere Steige wanderte ich anschließend in Richtung Torrentalp aufwärts. Kurz vor der Alp, der Mittelstation einer Seilbahn, bog ich in das Wiesengelände oberhalb der Alp ab. Der Pfad führte in vielen Kurven hinauf zur Rinderhütte, bzw. zur Bergstation der Torrent-Seilbahn auf 2350m. Der Weg führte dort vorbei über Weidewiesen zum Alpgelände der Rinderhalte. Nun ging es in Serpentinen auf einen Bergkamm. Auf dem Kamm rechts haltend weiter über Stein- und Schottergelände auf ein Hochplateau. Wenig ansteigend lief der Steig bis zum hintersten Endpunkt des Plateaus, dem Gipfel des Torrenthorns. Oben leider nur eine beschränkte Sicht/Fernsicht. Tiefhängende Wolken verhinderten die ansonsten möglichen Blicke bis auf die Wallisischen 4000er-Berge. Selbst die nähere Bergumgebung war jeweils nur kurze Augenblicke zu sehen. Nach einer Pause erfolgte der Rückweg bis zur Rinderhütte entlang des Aufstiegspfades. Dort ausgiebig Pause mit Genuss von lokalen Bratwurstspezialitäten. Der weitere Abstieg erfolgte per Torrenthorn-Seilbahn. Die Bergwanderung dauerte 6,5 Stunden bei ca. 1640 Höhenmetern.

Torrenthorn

Leukerbad

 

Tag 2: Bergtour zum Gemmipass und auf die Plattenhörner 2268/2639m, Dienstag 04.08.2021

An diesem Tage starte ich bei sonnigem Wetter. Mein Weg führte mich erneut durch den Ort aber diesmal in die Nähe der Gemmiseilbahn-Talstation. Dort erfolgte der Einstieg in den Weg zum Gemmipass. Unten hat man den Eindruck, dass durch diese Felswände kein Weg führen könnte. Der anfangs breite Forstweg wurde zunehmend enger und steiler. Später gings in steilen Kehren durch die Felswände weiter zum Pass. Unterwegs schöne Tiefblicke nach Leukerbad möglich. Weiter oben wandelte sich die Umgebung in weniger steiles Wiesengelände. Der Steig führte vorbei an Strommasten zum alten und verlassenen Gemmipass Hotel. An einer Wegekreuzung bog ich nach rechts zur Bergstation der Seilbahn ab. Ich lief an der Station vorbei und traf dahinter auf den Steig der zum vorderen Gipfelkreuz der Plattenhörner führt. Es war ein typischer Hochgebirgssteig, welches sich zum Kreuz auf 2639m hochschlängelt. Dort gab es schöne Tiefblicke auf die Umgebung des Gemmi-Passes, insbesondere auf den Daubensee, auf Leukerbad samt Tal sowie die umliegenden Bergriesen. Die Walliser 4000er im Süden waren leider wieder nicht zusehen. Der Nordblick in Richtung Kandersteg war besser. Es zogen nun immer mehr Wolken auf.

Der Abstieg erfolgte auf gleichem Wege zurück zur Bergstation. Dort kulinarische Einkehr im übervollen Bergrestaurant. Einen Sitzplatz gab es nur draußen auf der Terrasse. Dort gab es aber hin und wieder Chancen von Fernblicken nach Süden, bzw. bei Wolkenlücken die Berge der Umgebung zu fotografieren.  Der weitere Abstieg erfolgte per Seilbahn. Die Tour erreicht 1250 Höhenmeter. Dauer: 6 Stunden.

Berner Alpen Daubensee

Plattenhörner

 

Tag 3: Tour zur Rinderhornhütte 2350m, Mittwoch 05.08.2021

Bei leichtem Dauerregen unternahm ich eine Kurztour von Leukerbad zur Rinderhütte, bzw. der Bergstation der Torrentseilbahn auf 2350m. Auf breitem Forstweg ging es bei Schlechtwetter zur Hütte. Dort oben machte ich eine längere Pause samt Mittagessen. Es gab keine Fernsicht. Der Abstieg erfolgte schließlich per Seilbahn. Es wurden 960 Höhenmeter erklommen. Dieser wolkenverhangene Bergtag dauerte 5 Stunden, inklusive der längeren Rast auf der Hütte.

 

Tag 4: Tour auf das Majinghorn 3054m und den Horlini-Gipfel 2452m, Donnerstag 06.08.2021:

Es gab immer noch schlechtes Wetter mit wenig Sicht mit vielen Wolken. Ich beschloss trotzdem das Majinghorn zu besteigen. Dazu fuhr ich per Seilbahn zur Rinderhütte. Anschließend führte der Weg wieder auf den Bergkamm, welcher dem Torrenthorn vorgelagert ist, siehe Tag 1. Vom Kamm biegt nach links ein steiniger Fahrweg ab. Er verläuft nur wenig steil am Hang entlang und endet später im Felsgelände. Jetzt war leichte Kletterei im Ab- und Auf notwendig, um einen schmalen Tobel im Hang zu überqueren. Es ging weiter über Altschneefelder mit einigen Zwischenanstiegen in Richtung Zielgipfel. Keine Markierungen. Zur Orientierung gab es einige Steinmänner. Auf der Route schlossen sich viele weitere Schneefelder bis unterhalb des Gipfels an. Der Weg führte auf einen Kamm. Der Schlussanstieg lief über Steingelände zum Kreuz am obersten Punkt. Am Weg und oben kaum Sicht. Nach kurzer Pause erfolgte der Abstieg entlang des Aufstiegsweges bis oberhalb der Rinderhütte. Ich bog nach links ab und wanderte weiter in Richtung des südlichen Vorbergs der Berggruppe dem Horlini. Auf schmalen Wiesenpfaden wanderte ich bis zum Abzweig in Richtung des Horlini-Gipfels. Ab dort direktes Angehen des Ziels. Der Weg führte über eine kurzer steile aber einfache Kletterpassage. An der höchsten Stelle gab es  kurzzeitig Sicht ins Rhonetal und auf die Stadt Sierre/Siders. Nach einer Rast begann der Rückmarsch zur Rinderhütte. Das Restaurant der Hütte war leider schon geschlossen. Diesmal also keine dortige Einkehr. Der restliche Abstieg erfolgt wieder per Seilbahn. Die Tour dauerte etwa 7 Stunden bei ca. 1065 Höhenmetern.

Majinghorn

 

Tag 5: Bergwanderung vom Gemmipass auf das Daubenhorn 2941m /zur Lämmerenhütte 2502m, Freitag 07.08.2021

Am einzigen Tag mit durchgehend gutem Wetter wanderte ich vom Quartier zur Talstation der Gemmi-Seilbahn. Per Seilbahn fuhr ich zum Pass. Dort schlug ich den Weg zur Lämmerenhütte ein. Er verläuft flach nach Westen entlang des Lämmerenbodens. Nach einiger Zeit zweigte ich nach links in einen Bergsteig zum Horn ab. Es ging auf steinig-steilem Bergpfad aufwärts. Dabei Querung mehrerer Altschneefelder. Es wurde eine Zwischenhöhe mit Blick auf den Zielgipfel erreicht.  Der weitere Weg führte nun im weiten Bogen durch eine schneebedeckte Mulde. Hinter der Mulde gab es einen Steilanstieg zum Gipfelkamm. Oben musste man kurz links abbiegen um das Kreuz zu erreichen. Es gab endlich mal gute Fernsicht auf einige der Walliser 4000er-Berge sowie die östl. Umgebung. Zudem war der Klettersteig Leukerbad-Daubenhorn im Blickfeld. Nach längerer Rast stieg ich auf gleichem Wege zum Lämmerenboden ab. Vom Boden wanderte ich Richtung Westen/zur Hütte oberhalb des Bodens. Dem Flachgelände schloss sich ein Steilstück an. Oben angekommen machte ich eine längere Pause mit Einkehr. Es gab gutes Essen und ebensolche Fotomöglichkeiten. Auf dem Anstiegsweg kehrte ich zum Gemmipass zurück. An der Bergstation der Seilbahn nutzte ich noch die sich bietende gute Fernsicht ins Wallis zum Fotografieren. Der weitere Abstieg nach Leukerbad erfolgte mit der Seilbahn. Der Tourtag dauerte etwa 6 Stunden. An Höhenmetern wurden von mir ca. 1040 erklommen.

Daubenhorn