Für die Sektion Königsberg hatte ich wieder einen Winteraufenthalt im Gasthof Krone angeboten um genussreiche Tage mit Wandern, Langlauf, Besichtigung der historischen Stätten Südtirols und gutem Essen und Wein zu verbringen.

Wir waren zu fünft, Gisela Münscher, Ulrike von Hase Schmundt, Reiner Wolf, meine Frau und ich.

Der Wetterbericht versprach nichts Gutes für die Tage vom 26. Februar bis zum 1. März. Doch Niemand sagte ab. Die Anfahrt für uns ohne Stau. Winterliche Landschaft von der Sonne beschienen zwischen München und Garmisch. Wir fuhren auf unterschiedlichen Routen nach Südtirol, Gisela und Ulrike über die Inntalautobahn, Reiner kam von Altötting. Alle waren am Freitag um kurz nach 14 Uhr in der Krone. Georg Franzelin der Juniorchef begrüßte uns mit einem guten Cappuccino. Noch lachte die Sonne und lud uns zu einem kleinen Spaziergang zur nahen Kapelle Maria Schnee ein.

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Das warme Wetter in den Tagen zuvor hatte den Schnee in Aldein nahezu vollständig getaut. Nur auf dem Wanderweg zur Kapelle war Eis. Meist am Rand des Weges ragten kleine Steine aus dem Eis, auf denen wir einigermaßen festen Tritt fanden. Die Kapelle gehört zu einem alten Bauernhof der von einer Kirschplantage umgeben ist. Zwei sehr alte dicke Linden stehen unter Naturschutz und sind wie die Kapelle mit ihren Sonnenuhren, der Bauernhof mit den mächtigen Mauern, ein Zeugnis der Kultur Südtirols. Auf dem Weg zurück schauten wir dem Holzarbeiter zu, der mit seinem sogenannten Vollernter im Minutentakt Kiefern fällte und nicht nur fällte, sondern entastete, ablängte und die Krone absägte. So ein Gerät ist ein gewaltiges Gefährt, das nahezu spielerisch mit seinem Raupenantrieb den Hang hinauffuhr zu einer neuen Position um mit dem langen Arm den nächsten Baum zu packen um ihn zu fällen.

Am Widum (ein früheres Haus des Pfarrers) vorbei wies uns der die Kirche von Aldein mit dem hohen Turm den Weg zurück.

Es blieb noch Zeit in die sehr gut eingerichtete Sauna zu gehen. Zwei Kabinen, eine mit gut 60°C eine andere mit 90 °C, Ruheliegen, ein großer Duschraum, Getränke, Obst und verschiedene Nüsse tragen zum Wohlergehen der Gäste bei. Am Abend verwöhnte uns die Seniorchefin mit einem sehr guten Essen in der alten gemütlichen Stube. Ein schöner Kachelofen steht in der Stube, die Kacheln handbemalt, die Decke und die Wände mit Zirbelholz getäfelt. Wir wurden mit verschiedenen Schinken, einer Gemüsesuppe, Zander auf Kraut und Pannakotta verwöhnt. Der reichhaltige Weinkeller ließ kein Wunsch offen.

Sehr unterhaltsam die Gespräche mit unterschiedlichsten Themen. Langweilig war es uns nicht, doch Nachtruhe musste sein, denn wir wollten am Nächsten Tag zum Passo Lavaze hinauffahren um die Langlaufski unterzuschnallen.

In der Nacht hatte es leicht geschneit. Nach einem guten Frühstück, fuhren wir zum Passo Lavaze, die Straßen schneefrei. 8,5€ kostet die Loipengebühr, dafür sind sowohl eine klassische wie auch eine Skatingspur gut präpariert. Reiner fuhr mit gewachsten Ski, bekam in der Wachsstation den Hinweis er brauche nicht umwachsen und so war es auch. Nach seiner Aussage waren die Ski optimal gewachst. Schnell war er unseren Blicken entschwunden. Wir Anderen liefen eine leichte Loipe mit ca. 5 km Länge. Danach trafen wir uns alle zu einer Mittagspause in einen der zahlreichen Restaurants.

Das Wetter meinte es gut mit uns. Nach dem Wetterbericht hätte es schneien müssen. Nur eine dünne Wolkenschicht bedeckte den Himmel. Ein Grund nochmals nach der Pause auf die Loipe zu gehen. Leichter Nebel zog vom Tal hinauf und es begann leicht zu schneien. Wir beendeten unsere sportlichen Aktivitäten, denn bis auf Reiner war keiner im vergangenen Jahr auf Langlaufski gewesen.

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Es blieb Zeit das Kloster Maria Weißenstein mit der Wallfahrtskirche zu besuchen. Das Kloster ist das bekannteste in Südtirol mit einem großen Hotel auf einer Hochfläche in 1520 m Höhe. Die Anfänge des Klosters gehen auf das Jahr 1530 zurück, als angeblich Maria dem Bergbauern Leonhard Weißensteiner erschien. Als Dank baute er eine Kapelle. Im 17. Jahrhundert baute man die erste barocke Kirche. Das Deckengemälde von Joseph Adam Mölckh ist noch erhalten. Heute bewohnen Patres des Servitenordens das Kloster und betreuen das Hotel. Im Juli 1988 wurde das Kloster Weißenstein von Papst Johannes Paul II. besucht und auch Papst Johannes Paul I. verbrachte hier seine Sommerfrische. Bemerkenswert sind die vielen Votivtafeln in den Fluren des Seiteneinganges.

Wir kehrten danach in die Krone zurück um wieder die Sauna zu besuchen. Am Abend ein üppiges Menü mit Kalbsbries an Salat, Schlutzkrapfen gefüllt mit Pilzen, Hirschsteak mit Polenta und Rotkraut, Lebkuchenmus. Da das Wetter für Sonntag noch schlechter gemeldet war beschlossen wir nach Trient zufahren.

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Nachts hatte es geschneit aber nur 5 cm Nassschnee, gemeldet 30 cm. Wir fuhren mit einem Auto über die freigeräumten Landstraßen nach Trient um das Castello del Buonconsiglio zu besichtigen. Regen begleitete uns zum Eingang dieses bedeutendste profanen Bauwerks des Trentino. Es steht auf einem Felsvorsprung im Nordosten der Altstadt von Trient. Das Castello ist ein mehrflügeliges denkmalgeschütztes Gebäude. Es war bis 1796 der Sitz der Trienter Fürstbischöfe. Heute beherbergt der Komplex aus Kalkstein ein kunsthistorisches Museum und Räume für Wechselausstellungen, ein Museumsshop und ein Restaurant und vieles mehr. Es würde diesen Bericht sprengen alle Einzelheiten dieses Bauwerkes zu beschreiben. Eine Besonderheit möchte ich nicht unerwähnt lassen, den Adlerturm. In diesem Turm ist ein Freskenzyklus von 1397. Das Fresko ist nach Monaten unterteilt und durch schmale gemalte Säulen getrennt und ringförmig im Raum angeordnet, so dass sich der Jahreslauf beim Betrachten zeigt. Das Fresko zeigt die verschiedenen bäuerlichen Tätigkeiten im jeweiligen Monat.Alle Hintergründe zeigen architektonische Details und Landschaft. Die einzelnen Szenen zeigen das Leben der Adligen und die Aktivitäten bezüglich der Land- und Weidewirtschaft. Diese sind verknüpft mit der Welt des Rittertums und der Alltagswelt. Das Werk geht auf den böhmischen Meister Wenzel zurück und ist eines der ältesten Zeugnisse der internationalen gotischen Malerei und ist nicht nur in Norditalien sondern International bedeutsam. Durch ein Audioguide in deutscher Sprache erhielten wir die Erklärung der einzelnen Bilder. Danach wanderten wir durch die Prunkträume mit großartiger Stuckatur, meisterlichen Fresken und wertvollen Holzkasetten ausgestattet. Der Bau wurde in Vorbereitung auf das Trienter Konzil (1545 bis 1563) von Kardinal Bernhard von Cles wesentlich vergrößert.

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Nach diesem eindrucksvollen Besuch erholten wir uns in dem kleinen Restaurant in der Burg. Der Regen hatte aufgehört und wir schlenderten durch die Fußgängerzone zum Domplatz. Der Platz wird beherrscht vom romanischen Dom, Palazzo Pretoria mit dem Glockenturm und die Cassa Cazuffi-Reale mit der berühmten Renaissancefassade. Die Fresken an der Außenmauer zeigen allegorische Szenen, eine Art Moralpredig an die des Lesens unkundige Bevölkerung. An den eindrucksvollen Fassaden der Paläste in der Via Belenzani, Via Manci und Via San Marco gingen wir zurück zum Auto.

Über die Autobahn fuhren wir zurück nach Aldein. Ein malerisches Bild bot sich uns vor Neumarkt. Die Bergkuppen tief verschneit, Nebelschwaden zwischen Tal und Gipfel und im Norden heller Himmel als ob die Sonne die Wolken verdrängen wollte.

Wieder besuchen wir die Sauna.

Alberta verwöhnt uns am Abend mit einem sehr schmackhaften Spinat darauf ein Spiegelei, einer Leberknödelsuppe, Rinderbraten und einer Apfelschnitte mit Mürbeteig.

Was machen wir am Montag war die Frage? Der Wetterbericht meldete immer noch Schnee, wenn auch nicht in der Höhe wie in den vergangenen Tagen angegeben. Der Wunsch, sportliche Bewegung. Da die Loipe von der Schmiederalm bis zur Neuhüttalm und weiter zum Passo Lavaze immer noch nicht gespurt war, blieb Schneeschuhwandern als Möglichkeit. Keiner hatte mit diesem Fortbewegungsmittel Erfahrungen, wir wollten es am nächsten Tag vom Wetter abhängig machen.

Am Morgen des nächsten Tages leichter Regen. Georg stellt uns die die Schneeschuhe der Krone zur Verfügung. Ich packe fünf Paar in mein Auto und zusammen fahren wir zur Schmiederalm. Eine spannende Fahrt, denn auf der Straße lag noch etwas Schnee und in den Steigungen rutschten die Räder leicht durch. Wohlbehalten kamen wir auf dem Parkplatz hinter der Schmiederalm an. Schneeschuhe anpassen und los ging es. Erste Gehversuche auf dem geräumten Weg zur Schönrastalm. Tief verschneit lag die Alm. Die Sonne kämpfte sich durch die Wolken, es wurde richtig warm. Jutta bleibt an der Alm, sie will zurück zum Auto gehen.

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Ein junger Hund an der Alm jault und bellt in seinem Zwinger und winkt mit der Pfote wir mögen zu ihm kommen. Es ist ein Berner Sennenhund, er beruhigte als wir ihn begrüßten und kraulten. Leider verschwand die Sonne bald. Wir stapften in der Spur des Schneemobils der Neuhüttalm ohne große Mühe. Die Bäume im dichten Winterkleid, immer wieder rutschte eine kleine Schneelawine von den Ästen und landete mit Getöse auf dem Waldboden. Ein Wanderer kam uns entgegen. Wir hatten seine Schneeschuhspur gesehen, nun lief er zurück nur mit Wanderstiefeln, denn das Schneemobil hatte den Schnee zusammengepresst. Die Schneeschuhe waren auf dem vorgespurten Weg nicht erforderlich. Doch wir wollten Erfahrungen sammeln und ließen sie untergeschnallt. Lang kam mir der Weg vor. Wann kommt endlich die letzte Steigung vor der Almhütte? Keine Sicht ins Tal, der Nebel verschluckte nach einigen hundert Metern alles. An der Quelleinfassung aus der noch Wasser sprudelte vorbei, noch durch einigen Kurven des Waldweges, endlich die letzte Steigung vor der Hütte. Mit den Schneeschuhen ist man doch wesentlich langsamer, zwei Stunden benötigten wir von der Schmiederalm zur Neuhüttalm. (Das Bild von der Neuhüttalm ist auf der ersten Tour der Sektion 2013 entstanden.)

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Freudig begrüßte uns Peter Franzelin, wir waren die ersten Gäste an diesem Tag. Nach einer guten Stärkung in dem gemütlichen Gastraum mit dem warmen Kachelofen ging es wieder mit angeschnallten Schneeschuhen auf demselben Weg zurück. Anfänglich schneite es nur leicht. Der Nebel lichtete sich und gab den Blick ins Tal frei. Weit weg, eingebettet auf einem Hochplateau sahen wir das Kloster Maria Weißenstein. Reiner wollte endlich die Schneeschuhe im tiefen Schnee erproben und lief durch einen Graben an der Abzweigung nach Weißenstein zu unserem Weg hinauf und war damit vor uns. Der Schneefall nahm zu, je näher wir zur Schönrastalm kamen. Dicke nasse Flocken fielen. Wieder am Auto sahen wir eher wie Schneemänner aus. Gut 16 Uhr war es geworden, keine Zeit für den Besuch in der Schmiederalm. Die Rückfahrt problemlos, die Temperatur lag über null °C und der Schnee auf der Straße nach Aldein getaut.

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Georg servierte uns einen Cappuccino. Wir besuchen alle die Sauna. Nach dem Aperitif ein Prosecco bzw. ein Bier für Reiner, wie an jedem Tag. Am Abend serviert uns Georg Shrimps an Salat, zweierlei Knödel, Kalbssteak mit Fenchel und Bratkartoffeln, als Nachspeise Eis. Damit nahmen die Genusstage in der Krone ihr Ende.

Der Nächste Morgen Sonnenschein über Aldein. Abreise, hätte die Sonne nicht an den anderen Tagen scheinen mögen? Ich meine wir können nicht unzufrieden sein, es waren wie gesagt Genusstage mit Wandern, Langlaufen, Kultur Wintererlebnis mit Schneeschuhen und der guten Küche und dem guten Wein in der Krone. Alberta und Georg sage ich ein herzliches Dankeschön.

Alle sind am Dienstag den 1. März ohne Kontrollen an der Grenze gut wieder zurückgekehrt.

Einige Texte sind aus dem Internet entnommen und die Bilder zum Teil auch, bzw. von anderen Aufenthalten in Südtirol.

gez. Uwe am 6. März 2016