Der Wetterbericht versprach ein durchweg sonniges Wochenende, perfekte Voraussetzungen für ein Wochenende mit Skihochtouren auf einem Gletscher.

Als einziges Mitglied der Sektion Königsberg hatte ich mich zum Skihochtouren-Wochenende auf der Franz-Senn-Hütte im Stubaital angemeldet. Die acht anderen Teilnehmer und Oliver Bungers (der Tourenleiter) waren von unserer befreundeten Sektion „Alpiner Skiclub“, aus deren Tourenprogramm die Tour offiziell stammt. Ich nutze nun schon zum dritten Mal die Möglichkeit, dass wir auch herzlich zur Teilnahme an deren Touren eingeladen sind.

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Das Licht der Hütte ist in der Dämmerung bereits erkennbar. Die Franz-Senn-Hütte liegt auf 2145m.

Am Freitagmittag starteten wir bereits in Richtung Neustift im Stubaital, bis zum Parkplatz in der Nähe der Holderlochalm im Oberbergbachtal. Immerhin hatten wir noch ca. 2,5 h Aufstieg zur Hütte vor uns. Gegen 19:30 Uhr, die Abenddämmerung wurde bereits zur Nacht, erreichten wir die Hütte und freuten uns über das üppige Menü der Halbpension. Die Franz-Senn-Hütte ist eine beeindruckende Hütte – als Ausgangsbasis für viele Ausbildungstouren ist sie jedes Wochenende komplett ausgebucht und umfasst immerhin über 190 Betten! Davon sind 100 Plätze im Matratzenlager in der obersten Etage. Ein einziger langer Flur, links und rechts reihen sich die Lagerplätze zu jeweils ca. 70cm breiter Liegefläche. Gottseidank gibt es Ohropax!

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Blick auf den unteren Gletscherbruch im Alpeiner Ferner mit Westlicher Seespitze (3354m, li.) und Ruderhofspitze (3474m, re.)


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Li.: Blick zur Wildgratscharte; Re.: Auf der Wildgratscharte mit Blick auf die Südliche Wildgratspitze und Ruderhofspitze im Hintergrund.

Am nächsten Tag ging es gemütlich los in Richtung Wildgratscharte. Es handelt sich um eine vergletscherte Skihochtour mit sehr geringer Spaltengefahr über den großen Alpeiner Ferner. Nicht alle in der Gruppe hielten bis zum Ziel der Tour durch – so blieb es den jüngeren Gruppenmitgliedern vorbehalten den waghalsigen Steig bis auf die Scharte zu wagen. Wie das immer so ist: rauf geht es leichter als runter, so perlte beim Abstieg bei mir der Schweiß nicht nur aufgrund der gefühlt sommerlichen Temperaturen sondern auch etwas aufgrund von Angst. Wir sind aber alle wieder heil unten angekommen. Den Rest des Nachmittags ließen wir in netter Runde auf der Sonnenterrasse ausklingen.

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Traumhafte Hänge des Sommerwandferner. Die bestiegene Scharte ist im linken Bild ganz rechts zu sehen.

Am zweiten hatten wir die sogenannte Kräulscharte anvisiert – ebenfalls eine vergletscherte Tour ohne Spaltengefahr. Eine traumhafte Tour, mit konstanter Steigung, die bestes Abfahrtsvergnügen bedeutete. Vor allem der 300 hm zählende Hang des Sommerwandferner hielt, was wir uns von ihm erhofft hatten. Statt zur Kräulscharte stiegen wir in eine namenlose benachbarte Scharte direkt unter der Mittleren Kräulspitze auf, deren Hang noch einladender war und die immerhin bis auf 3240m hinauf ging.

Gegen Mittag zurück auf der Hütte und am frühen Nachmittag zurück am Auto ging es um ca. 14:00 Uhr zurück gen München. Alles in allem ein traumhaftes Wochenende!

Nepomuk Chucholowski